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Nakajima Ki.27 (RS Models) |
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Ab Mitte der 30er Jahrebegann zunehmend die Einführung von freitragenden
Eindeckerjagdflugzeugen in den Luftwaffen. Vorreiter war die Sowjetunion mit der I-16, die bereits alle Merkmale der
zukünftigen Jägergeneration aufwies. Auch in Japan schloss man sich diesem
Prozess an, dessen erstes Ergebnis die Mitsubishi A5M darstellte. Am 15. Oktober 1936 hatte
der erste Prototyp der Ki-27 seinen Erstflug. Dieser Typ hatte dieselbe
Auslegung wie die A5M : Freitragender Tiefdecker mit Sternmotor und festen
Fahrwerk. Die Ki-27 allerdings brachte nun eine geschlossene Cockpithaube mit.
Ab 1937 wurde die Ki-27a mit dem 650PS starken Nakajima Ha.1a Sternmotor in die
Serienfertigung übernommen und ging im selben Jahr noch zum Kriegseinsatz in
die Mandschurei. Die Ki-27a wurde
zur Ki-27b modifiziert ( Ha.1b mit 710PS), wobei das hintere Haubenteil nun
durchgängig verglast war. Die Ki-27 war ein für diese Zeit wendiges und schnelles Jagdflugzeug, damit waren die Japaner gut gerüstet für den Luftkampf gegen die sowjetischen I-15 und I-16. Der größte Vorteil der Ki-27 gegenüber der I-16 bestand in ihrer sehr guten Wendigkeit. Der bekannteste japanischer Jagflieger aus dieser Zeit dürfte Hiromichi Shinohara gewesen sein, der es im Zeitraum von Mai bis August 1939 auf 58 Abschüsse brachte. Von 1937 bis 1942 wurden 3399 Exemplare der Ki-27 gebaut, sie war bis zur Einführung der moderneren Nachfolger wie der Ki-43 und A6M das wichtigste japanische Jagdflugzeug. Eingesetzt wurde sie selbst noch im 2. Weltkrieg, so etwa bei der Invasion Malaysias und der Philippinen. Von Manshu wurde die Ki-27 zum ein- und zweisitzigen Trainer Ki-79a/b modifiziert und gebaut, welche auch zu Kamikazeeinsätzen herangezogen wurden. |
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Im Maßstab 1/72 gibt es seit längerer Zeit die Ki-27
von Hasegawa, nun hat sich RS Models aus Tschechien dieser Typenreihe
angenommen. RS Models ist für seine Resinbausätze bekannt, die Bausätze der
Ki-27 Reihe hingegen sind Plastikbausätze, die jeweils zwei Spritzgussrahmen,
eine Ätzteilplatine, Resinteile sowie eine Vacuhaube und den Decalbogen
enthalten.Sämtliche Teile machen einen guten Eindruck – die Plastikteile
weisen feine versenkte Gravuren auf, die Resin- und Ätzteile sind fein
detailliert und die Decals sauber auf hauchdünnem Trägerpapier gedruckt. Die Plastikteile weisen im Gegensatz zu den „Standardbausätzen“ anderer Hersteller keinerlei Klebelaschen auf, was allerdings wirklich kein Problem ist. |
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Probleme zeigen sich in anderer
Form erst beim Bau.
Begonnen habe ich wie fast immer mit dem Cockpit. Diese
besteht aus einer Plastikgrundplatte, auf welcher alle weiteren Detaills aus Ätzteilen
montiert werden. Der Sitz liegt sowohl als Plastik – als auch als Ätzteil vor. Ich habe mich für
letzteres entschieden, da hier die bessere Detaillierung vorliegt. Der Sitz ist
schnell und problemlos zusammengefaltet, zwei kleine Lötstellen halten ihn
sicher in Form, vervollständigt wird der Sitz mit der gepolsterten Rückenlehne
und den beiden geätzten Gurten. Das Instrumentenbrett besteht aus Ätzteilpaneel
und Hinterlegefilm und bereitet zunächst ebenfalls keine Probleme. Die
Grundfarbe des Cockpits stellt ein blaugrauer Grundton dar – hier empfiehlt
die Bauanleitung Humbrol 32, ich habe letztendlich Revell 57 verwendet, welches
beim Altern mit Ölfarbe entsprechend abgedunkelt wurde. Sind nun Bodenplatte
und Seitenwände der Rumpfschalen lackiert, geht es zunächst an die Montage der
kleinen Bedienelemente aus Ätzteilen, wobei es ebenfalls keine Probleme gibt.
Nun ist man geneigt, Sitz sowie dahinter befindliche Rumpfstruktur zu montieren
– und stellt dabei recht schnell fest, das hier nun leider nichts mehr stimmt
: Montiert man diese Teile wie in der Bauanleitung, so befindet sich der Sitz zu
weit hinten und zu weit unten, das Ätzteil der Rumpfstruktur passt so überhaupt
nicht in den Rumpf. Für beide
Teile habe ich also aus Plastik entsprechende Sockel gefertigt um diese Teile in
die richtige Position zu bringen. Was beim Sitz noch recht einfach ist, bedeutet
bei der dahinter liegenden Rumpfstruktur „frickelige“ Anpassarbeiten : so müssen
Teile der Rumpfstrukturen der Cockpitseitenwände entfernt werden sowie die
entsprechenden Rumpfbereiche ausgedünnt werden. Nach längerem Hin- und Her
konnte ich dieses Ätzteil dann schließlich passend montieren – wozu es
allerdings vorher selber an den Seiten mit einer Feile noch schmaler gemacht
werden musste. Ebenso ergeht es dem
schönen Instrumentenbrett – ohne Rumpfwandausdünnung sowie biegen des
Instrumentenbrettes um es schmaler zu machen, passt es einfach nicht hinein. Die
Beiden MGs werden mit ihren Gurten im vorderen Bereich des Cockpitbodens
montiert – man kann diese Teile getrost weglassen : man sieht später davon überhaupt
nichts mehr. |
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Bei den Tragflächen ist zunächst
Vorarbeit angesagt : die sehr dicken Hinterkanten müssen jeweils von den
Innenseiten her ausgedünnt werden, dabei muss man weit in die Flächen hinein
schaben und feilen, um zu einem befriedigenden Ergebnis zu kommen. Zur
Einpassung des durchgängigen Unterteils an den Rumpf muss am Rumpf die hintere
Aussparung etwas erweitert werden. Nun habe ich zunächst das Unterteil
angeklebt und ausgerichtet. Danach wurden die beiden Oberteile aufgeklebt. Dabei
entstet jeweils ein Spalt zum Rumpfübergang, der geschlossen werden muss. |
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Der Decalbogen des Bausatzes bietet Markierungen für 4
Exemplare aus den Kämpfen in der Mandschurei /China im Zeitraum 1939-1941 an.
Alle Exemplare haben eine typische graue Bemalung . Für dieses Grau gibt die
Bauanleitung ganz beiläufig „Lichtgrau“ mit dem Farbschlüssel „A9“ an
– in der Farbtabelle taucht die Farbe nicht auf, Humbrol-Farben werden mit
„H“ bezeichnet und die Agama-Farben mit „Ag“. Man wird hier also ein
wenig allein gelassen. Nun, „A9“ ist der Farbschlüssel für das Nakajima
Lichtgrau. Meine Suche nach einem
entsprechenden Farbverweis auf gängige Modellbaufarben brachte kein Ergebnis,
so das ich mich per Gefühl und nach Bildern für das Aircraftgrey 146 von Humbrol entschied. Motor sowie Cockpitöffnung und
Kanzeln wurden mit Tape maskiert, dann kann das Modell durchlackiert werden.
Nach dem Durchtrocknen wurden die Reifen mit einem Pinsel lackiert, ebenso die
Auspuffrohre. |
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Nach der Demaskierung wurde nun das zweifach abgewinkelte Staurohr an der Tragfläche sowie die Antennenverdrahtung angebracht. Das Zielfernrohr wurde mittels zweier Plastiksockel montiert. Der kleine Ringkühler wird nun an den Motor geklebt, der Propeller wird lediglich angesteckt und als letztes das bewegliche Haubenteil mit etwas Clearcote von Humbrol angeklebt. Insgesamt ein schöner und gut detaillierter Bausatz, der vor allem durch seine feinen und sauberen Gravuren wirkt. Für Modellbauer mit eher weniger Erfahrung aber kann ich diesen Bausatz nicht empfehlen, da hier doch einiges an Anpassungsarbeiten nötig ist – „Short Run“ eben, auch wenn die Teile einzeln nicht einen solchen Eindruck machen. Als Mängel möchte ich die nicht wirklich korrekte und nur einmal vorhandene Vacu-Haube sowie die nicht wirklich durchdachten Cockpitteile nennen. |
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